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Kategorie: Aufsätze
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Magnesium Dean

Dr. Carolyn Dean ist Ärztin in den USA und beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Magnesium. Sie ist nach meiner Kenntnis die Erste, die sich sehr intensiv mit den einzelnen Funktionen des Magnesiums im menschlichen Körper beschäftigt und allen Wirkungen nachgeht.

Mein Urgroßvater, Dorflehrer in Merzdorf, Kreis Frankfurt an der Oder, hat einmal über Krankheiten gesagt: „Alles, was nicht Blasen an den Füßen ist, kommt vom Saufen.“ Wenn Sie jetzt das Wort Saufen durch Magnesiummangel ersetzen, haben Sie schon den roten Faden dieses Buches. Magnesium mischt bei fast allen biochemischen Vorgängen mit und mir fiel nach Durcharbeiten dieses Buches keine Krankheit mehr ein, die nicht in irgendeiner Form von Magnesiummangel betroffen ist. Klar, Magnesium ist nur einer von 47 essentiellen Stoffen, die der Körper braucht. Wenn nur einer dieser Stoffe fehlt, ist man tot. Wenn nur die Hälfte der erforderlichen Menge eines dieser Stoffe vorhanden ist, ist man eben halbtot. Und Magnesium haben wir scheinbar alle zu wenig. Doch warum ist das so?

Magnesium kommt vor allem in grünem Gemüse und Vollkorngetreide vor, wobei sich die Gelehrten darüber streiten, inwieweit Magnesium aus Vollkorngetreide vom menschlichen Körper aufgenommen werden kann. Unsere moderne Landwirtschaft verwendet vor allem Kaliumdünger. Damit wachsen die Pflanzen schnell und bringen viel Gewicht auf die Waage. Da Pflanzen Mineralien brauchen, entnehmen sie die dem Boden. Da Mineralstoffe im Kaliumdünger fehlen, werden dem Boden ständig Mineralien entzogen, aber keine mehr nachgeliefert. Die Böden und damit auch die Pflanzen werden somit immer mineralienärmer. Aufgabe der Landwirtschaft wird deshalb sein, wieder mehr Mineralstoffdünger zu verwenden.

Magnesium wird vermehrt verbraucht mit Alkohol, Stress und Sport. Eine wirksame Kombination, weil gestresste Leute als Ausgleich gerne Sport treiben oder/und Alkohol trinken.

Das ist der „natürliche“ Entzug, der Mensch setzt aber noch eins drauf. Jede Verarbeitung von Nahrungsmitteln verringert den Nähstoffgehalt. Spätestens, wenn Nahrungsmittel in hübschen Verpackungen landen ist praktisch nichts mehr drin. Wir verhungern sozusagen am vollen Teller. Viele Menschen spüren das und essen deshalb mehr als ihnen guttut. Und die anderen bleiben bei ihrer Menge und werden schwächer und angreifbar. Und dann gibt es noch die, die zu Nahrungsergänzungen greifen. Ich beschäftige mich nun schon einige Zeit damit und ich kann Ihnen sagen, es ist eine Wissenschaft für sich. Nicht nur, dass es Betrüger gibt, auch die Dosierung passt in den meisten Fällen nicht. Es gibt überhaupt kein Nahrungsergänzungsmittel, das alle 47 Stoffe beinhalten würde. So nun versuchen Sie angesichts unserer desaströsen Medienlandschaft und der eigenen Unwissenheit das Richtige zu tun. Es bleibt nur ihr eigenes Gefühl für Ihren eigenen Körper und, wenn Sie Geld haben, gelegentlich ein Bluttest.

Ein Magnesiumbluttest macht Ihr Arzt nur auf Verlangen und dann wird es praktisch immer ein Serumtest. Serum heißt ohne Blutkörperchen. Im Serum befindet sich aber nur 1% der Magnesiumkörperbestände. Wenn hier ein Mangel festgestellt wird, ist es bereits gefährlich. Wenn der Wert normal ist, sagt der Test nichts aus. Der menschliche Körper braucht im Blut einen gewissen Spiegel, den er auf jeden Fall aufrechterhält. Bei Krankheit z.B. kann man im Serum durchaus obere normale Werte finden, weil der Körper es zur Bekämpfung der Krankheit braucht. Ist zu wenig Magnesium da, holt er sich das eben aus dem restlichen Körper, vorzugsweise aus den Knochen. Wenn der Serumwert im oberen Bereich ist (oberhalb 0,9 mmol/l), deutet vieles darauf hin, dass sie genügend Magnesium haben, aber ein Beweis ist es noch nicht. Den haben Sie erst mit einer Messung in den Blutkörperchen (Vollblut) oder wie Frau Dean meint mit einem Test auf ionisiertes Magnesium. Den gibt es aber noch nicht für normal Sterbliche.

Andererseits brauchen Sie nicht zu messen, denn Sie haben nicht zu viel Magnesium, sondern praktisch immer zu wenig.

In dem Buch ist viel die Rede über die Wechselwirkungen von Magnesium und Kalzium. Frau Dean hat festgestellt, dass in der Regel viel zu viel Kalzium verfügbar ist (nämlich Verhältnis 10 : 1), das richtige Verhältnis aber 1 : 1 wäre. Das gilt natürlich in unserem Voralpenland mit seinem harten Trinkwasser besonders. Und wenn Sie Vitamin D einnehmen brauchen Sie sich um ihren Kalziumspiegel sowieso nicht zu sorgen. Vitamin D schleust Kalzium förmlich durch die Darmwand. Sogar einige Medikamente zur Blutdrucksenkung wirken als Kalziumblocker um dem Magnesium mehr Chancen zu geben.

Leider geht die Autorin überhaupt nicht darauf ein, inwieweit Magnesium über die Haut aufgenommen werden kann. Sie geht wie selbstverständlich davon aus, dass die Aufnahme einer Magnesiumchloridlösung über die Haut funktioniert. Leider ist die Haut extra dafür gebaut, wasserlösliche Stoffe abzuwehren. Es ist deshalb überhaupt nicht klar, dass diese transdermale Anwendung etwas bringt. Magnesiumchlorid kann man aber auch einnehmen. Es schmeckt zwar schauerlich aber es bringt etwas.

Was gibt es außerdem für orale Präparate? Die erste Wahl von Frau Dean ist ionisiertes Magnesium. Das bedeutet, es ist nicht an einen Stoff gebunden (z.B. Citrat, Chlorid) sondern schwimmt frei in einer Lösung und steht damit der Aufnahme durch die Darmwand uneingeschränkt zur Verfügung. Frau Dean hat ein Patent auf dieses Produkt mit Namen Remag, was es allerdings in Europa nicht gibt. Die 2. Wahl ist Magnesiumcitrat, weil es die Magnesiumionen im Magen sehr leicht freigibt. Die Bioverfügbarkeit ist damit sehr hoch. Speziell Tri-Magnesiumdicitrat ist zu empfehlen, da es PH-neutral ist und damit die Zähne nicht angreift. 3. Und letzte Wahl ist chelatiertes Magnesium. Hier ist Magnesium an ein Eiweiß gebunden, was ebenfalls hohe Bioverfügbarkeit gewährleistet.